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Hier finden Sie meine Lesetipps

 Martin Kramer

Folgende Bücher habe ich zuletzt gelesen und bewertet:

Patrick Tschan: Schmelzwasser

Ein geschichtlicher Nachkriegsroman am deutschen Bodenseeufer.

Alles fängt damit an, dass im Frühling 1947 die jüdische Buchhändlerin Emilie Reber vom Linienschiff in die Kleinstadt am Bodensee kommt. Zurückgekehrt aus der Résistance, eröffnet Sie mit französischer Hilfe eine Leihbibliothek. Durch Ihre stringente, liberale und feministische Haltung legt sich die Buchhändlerin schnell mit dem Städtchen, den alten Strukturen und den Altnazis an. Eigentlich wollen die Kleinstädter ihre Ruhe und wollen den braunen Sumpf nur hinter sich lassen. Zum Glück bekommt die „tapfe“ Emilie Reber Unterstützung zweier weiter Frauen, die ihre Chance packen und mit Literatur, Mode und Musik ihre Wertvorstellungen im Ort durchsetzen.

Eindrückliche Frauengeschichte die auch aneggt, die alte Wertvorstellungen nicht zulässt und uns manchmal auch beim Lesen überrollt.

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Joe Browning Wroe: Der Klang der Erinnerung

Wir begleiten William während seiner Internatszeit ab dem Jahr 1957, bei der seine Gesangsausbildung im Vordergrund steht. Sein großer Traum ist es, "Miserere" von Allegri zu singen, das Solo, das er mit 5 Jahren zum ersten Mal hörte und das ihn so beeindruckte, dass er in Tränen ausbrach.

Wir lernen nicht nur den sympathischen William kennen, sondern auch seinen Freund Martin aus der Zeit seines Internatsaufenthaltes, seinen Onkel Robert, der nach dem frühen Tod des Vaters für ihn da ist, erleben seine große Liebe zur empathischen Gloria und die problematische Beziehung zu seiner Mutter Evelyn. 

Wir werden nicht nur in die schöne Welt der Musik entführt, sondern erfahren auch viel Interessantes über die Tätigkeit eines Einbalsamierers.

Ein Roman der zarten Worte, der Musik und der grossen Liebe eines Jungen Menschen.

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Jens Liljestrand: Der Anfang von Morgen

Eine Dystopie vom Schwede Jens Liljestrand. Der Autor schreibt schon seit Jahren über den Klimawandel und die möglichen Folgen für uns Menschen.

Eine enorme Hitzefront liegt über Europa. Waldbrände geraten ausser Kontrolle, Menschen fliehen in Notunterkünfte. So trifft es auch die Familie um Didrik, mit seiner Frau Carola, der Tochter Vilja und dem kleinen Sohn Zack. Didrik hat die Gefahr unterschätzt. Nun muss er seine Familie aus den Feuern und Wäldern retten. Die meisten Menschen sind bereits geflohen oder evakuiert worden und die Rauchwolken kommen immer näher und der beissende Rauch brennt schon in der Lunge.

Dramatisch, psychologisch, temporeich erzählt Liljestrand wie die Familie und die Gesellschaft sich im Extremen verändern. Wo erhält man noch Hilfe und wo ist die Familie noch sicher.

Eine Geschichte die uns erschüttert aber auch dazu bringt, uns selbst und die Welt besser zu verstehen.

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Charles Lewinsky: Sein Sohn

Hier handelt der Roman von Louis Chabos, der von den Eltern ins Kinderheim in Mailand abgegeben wurde. Das quasi Weisenkind wird im Heim gehänselt und leidet unter Wachstumsschwund. In den Wirren der napoleonischen Zeit dient er im Russlandfeldzug und kehrt versert zurück in die Schweiz.

Zurück in Graubünden ist sein grösster Wunsch zu einem menschenwürdigen Leben zu finden. Hier versucht er mehr über seine Mutter und seinen Vater herzauszufinden und an seine wahre Identität zu kommen.

Ein aufrührender Roman über die damaligen, unwürdigen Verhältnisse und die Sehnsucht vom jungen Chabos, der alle Facetten des Lebens durchleben muss.

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Erica Ferencik: Ein Lied vom Ende der Welt

Die Linguistin Valerie bekommt einen Anruf von Wyatt aus der Arktis. Wyatt ist Forschungsleiter einer Arktismission und ehemaliger Kollege ihres toten Bruders. Wyatt braucht Valerie als Linguistin Vorort, hat er doch ein Mädchen gefunden, dass in einer unbekannten Sprache spricht. Zuerst ist Valierie hin- und hergerissen. Zum einem brennt in Ihr die Leidenschaft das geheimnisvolle Mädchen zu treffen und mithilfe ihrer wissenschaftlichen Erfahrung die Sprache zu deuten. Zum anderen fürchtet Sie die Arktis, da hier ihr Bruder bei einer Mission mysteriös ums Leben kam.

Die Arktis ist für Valerie fremd, wild, Wyatt ist auf seine Art brilliant, aber unberechenbar. Langsam baut Sie zu dem Mädchen Naaja eine tiefe Verbindung auf... 

Ein packender, spannender, eisiger Roman in der tödlichen Kälte der Arktis.

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Usama Al Shahmani: Der Vogel zweifelt nicht am Ort, zu dem er fliegt

Usama Al Shamani, geboren 1971 in Bagdad und aufgewachsen in Qalat Sukar, hat arabische Sprache und moderne arabische Literatur studiert. Er publizierte drei Bücher über arabische Literatur, bevor er 2002 wegen eines geschriebenen Theaterstücks fliehen musste und so in die Schweiz kam.

Hauptfigur ist Dafer Schiehan, der jetzt im Exil in der Schweiz lebt. Er war als Jugendlicher literarisch ambitioniert und wird Akademiker. Es wird sein Leben erzählt. Das Universitätsleben ist geprägt von Erfahrungen über Übergriffe auf kritische Menschen und Andersdenkende. Der Autor zeigt, wie die Studenten die Bitterkeit der Diktatur mit ironischer Sprache bekämpfen. Nach einer Theateraufführung, welches der junge Student geschrieben hat wird es auch für Ihn in Bagdad zu heiss. Dann entschließt Dafer sich zur Flucht in die Schweiz.

In den Gegenwartspassagen gibt es einige sehr ruhige, poetische Momente. Dafer ist ein beobachtender Mensch mit einem Blick für das Detail. Sein Roman eröffnet uns eine neue Sicht auf alle Flüchtlinge und Notsituationen, die zu schnell vergessen werden.

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